Jeden Tag greifen wir auf sie zurück und ohne sie kommen wir oft nicht weiter. Egal ob beruflich oder privat – in einer digitalen Welt zählen Daten als kostbare Währung. Oftmals machen wir uns die Notwendigkeit der Daten gar nicht mehr bewusst und auch die täglich generierte Menge übersteigt in den meisten Fällen unser Vorstellungsvermögen. Unser Kollege Marc Asim Soysal hat einmal einen Blick auf dieses wichtige Thema geworfen und erklärt, warum wir ohne ein sauberes Management keine der derzeit herrschenden Herausforderungen an die IT bewältigen können. 

Digitalisierung, Regulierung, Industrie 4.0, Aktienkurse, Wettervorhersagen, Internet of Things, Compliance, IT-Sicherheit oder beispielsweise FinTech – egal welches Thema einen gerade umtreibt, ohne ein sauber aufgesetztes Daten- und Informationsmanagement wird man keine der oben genannten Herausforderungen beherrschen. 

Information ist die Währung, die heute zählt und in Zukunft zählen wird – und das ist nicht nur im monetären Sinne gemeint. Wer nicht weiß, mit den vier „V“ des Datenmanagements umzugehen, wird das Nachsehen haben gegenüber dem Wettbewerb, den Cyber-Kriminellen und den Aufsichtsbehörden. 

Volume – Größe

Ungeachtet dessen, wofür Informationen benötigt werden, muss im Vorfeld sichergestellt werden, dass die geeigneten Prozesse, Systeme und Infrastrukturen zur Verfügung stehen, um auch große Datenmengen zu verarbeiten. Dabei spielt es keine Rolle, ob man auf fremde Infrastrukturen zugreift (bspw. Cloud Services), oder eigene High Perfomance oder Speichersysteme im Einsatz hat – je nach Anwendungsgebiet. Die Privatperson hat hier sicherlich andere Anforderungen, als der Betreiber von Echtzeithandelsplattformen im Hochfrequenzhandel. 

Velocity – Geschwindigkeit

Die Geschwindigkeit in der Datenverarbeitung spielt eine wesentliche Rolle. Man muss in der Lage sein, die richtigen Informationen zur richtigen Zeit, am richtigen Ort der richtigen Person anbieten zu können. Eine zentrale Voraussetzung, um als FinTech oder InsurTech wahrgenommen zu werden. Denn dabei geht es nicht nur darum, Prozesse neu aufzusetzen oder Geschäftsmodelle neu zu definieren, sondern im Wesentlichen darum, maßgeschneiderte Modelle für Industrien und Menschen zu entwickeln und anzubieten – und zwar in Real-Time, oder, je nach Anwendung, zumindest innerhalb weniger Augenblicke. 

Variety – Vielfalt

Die Königsdisziplin in der Digitalisierung. Woher kommen die Informationen? Wer ist der Eigentümer dieser Information? Wie liegen sie vor? Wie kann ich die Daten veredeln, auswerten und wertvoller für mich machen? Welche Daten sind in meinem Bestand, welche liegen öffentlich vor und welche weiteren Quellen stehen zur Verfügung, um die zu analysierende Datenbasis zu vervollständigen und die Aussagekraft und Belastbarkeit der Auswertungen auf höchstes Niveau zu heben. Die Herausforderungen hier sind riesig und in vielen Teilen weiß man noch nicht, wohin die Reise geht, da die Analyse und Auswertung von strukturierten, halbstrukturierten und unstrukturierten Daten in vielen Industrien noch eine junge Wissenschaft ist. Manchmal steht auch „nur“ der Datenschutz oder die Regulierungsbehörde im Weg. 

Veracity – Wahrhaftigkeit

Möchte man in der Lage sein, aufgrund der vorliegenden Informationen die richtigen Entscheidungen zu treffen, muss man darauf vertrauen, dass diese Informationen auch richtig sind und der Wahrheit entsprechen. Um diese Anforderung zu gewährleisten, müssen die Informationen – für die Programme und Systeme, auf denen diese Informationen verarbeitet werden gilt das im gleichen Maße – folgende Voraussetzungen erfüllen: 

  • Die Informationen müssen integer sein, das heißt, sie müssen verlässlich und nicht verfälscht sein. 
  • Die Informationen müssen verfügbar sein, das heißt, dass die Daten, Programme und Systeme funktionsbereit und vorhanden sein müssen. 
  • Die Daten müssen vertraulich sein, das heißt, dass Unbefugten der Zugriff oder Zugang auf die Date, Programme und Systeme verwehrt sein muss. 
  • Es darf kein Zweifel an der Authentizität, also der Echtheit der Daten herrschen. Es müssen zweifelsfrei die Herkunft, der Urheber und der Inhalt bestimmbar sein. 

Man kann zusammenfassen, dass das oberste Ziel die Beibehaltung oder Herstellung der „Digitalen Souveränität“ ist, also über die vorliegenden Daten, Systeme und Anwendungen keine Ungewissheit herrschen darf. 

Das Beherrschen der vier „V“ ist nur der erste Schritt hin zur Digitalisierung.

Da es in den seltensten Fällen einen harten Schnitt geben wird, sind die weiteren Herausforderungen der Digitalisierung die Integration der selbigen in das bestehende Geschäftsmodell, die Sicherstellung des ROI (Return of Investment), hier aber nicht nur die Sicherstellung der finanziellen Amortisation, sondern auch der operationellen Auswirkung und die Sicherstellung der Datenqualität, der Datenaktualität, der Datensicherheit und des Datenschutzes.

Auf den Punkt gebracht sind Daten also nicht nur Könige, sie werden es auch in Zukunft bleiben!