fujitsu-aktuell-business-meets-science-titel„Herzlich Willkommen zur IT-Business meets Science!“ Das blau-weiße Schild am Eingang der Technischen Universität Darmstadt war nicht zu übersehen und lud am 13.10. zu einem Treffen voller spannender Vorträge, guter Diskussionen und vieler Möglichkeiten zum netzwerken ein. Die IT-Business meets Science, die dieses Jahr bereits zum fünften Mal stattfand, stand unter dem Motto „Digitale Transformation und digitale Geschäftsmodelle“. Dem Konzept der Veranstaltung folgend wurde das Thema aus verschiedenen Perspektiven betrachtet – Wissenschaft traf auf Praxis. Durch den Austausch können beide Seiten die eigene Perspektive hinterfragen, voneinander lernen und profitieren, wie Prof. Dr. Peter Buxmann (TU Darmstadt) bereits im Vorfeld der Veranstaltung betonte.

Volles Haus mit rund 150 Besuchern

Herzlich Willkommen zur IT-Business meets Science

Herzlich Willkommen zur IT-Business meets Science

Die gemeinsam vom Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik der TU Darmstadt und der Fujitsu TDS GmbH organisierte Veranstaltung erfreut sich wachsender Beliebtheit. So war der Hösaal Uhrenturm in diesem Jahr mit etwa 150 Besuchern gut gefüllt. Das vielfältige Publikum – Studenten, Wissenschaftler und Vertreter der Wirtschaft, zeigte, welche Stellenwert das Thema Digitale Transformation einnimmt.

Vor vollem Haus begann die diesjährige IT-Business meets Science nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Peter Buxmann und Andreas Thieme (Fujitsu) mit dem Vortrag von Panos Meyer (Twitter). In „The Power and the Problem of Now – Live ist das neue Geil!“ blickte er aus der Perspektive des Mikrobloggingdienstes auf die Digitale Transformation. Er zeigte dabei auf unterhaltsame Art und Weise, wie Unternehmen die Digitalisierung nutzen können.

Ein eindrucksvolles Beispiel war die Art und Weise, wie Volvo Anfang 2015 Twitter nutzte, um die Markenbekanntheit zu steigern. Im Gegensatz zu seinen Mitbewerbern warb das Unternehmen nicht während des Superbowls, dem Finale der US-amerikanischen American-Football-Profiliga, im Fernsehen. Stattdessen hatte der Autohersteller die Nutzer von Twitter aufgerufen, während der Werbepausen mit einem bestimmten Hashtag zu tweeten und Personen zu nominieren, die ein Auto gewinnen sollten. Die Botschaft dahinter: Volvo konzentriert sich auf die Menschen, nicht auf eine Marketing-Botschaft, wie es die Konkurrenz tut. Die Digitalisierung spielte hier eine wichtige Rolle für die Umsetzung der Idee.

Die Teilnehmer waren begeistert von solch praktischen Beispielen:

Die Macht von Twitter und die Möglichkeit der intelligenten Nutzung im Rahmen der Werbung, wie am Beispiel von Volvo aufgezeigt, hatte ich so nicht erwartet.

Perspektivwechsel: Von der Wirtschaft zur Wissenschaft

Prof. Dr. Dr. h.c. Johannes Buchmann

Prof. Dr. Dr. h.c. Johannes Buchmann

Der nächste Vortrag von Prof. Dr. Dr. h.c. Johannes Buchmann, Technische Universität Darmstadt, vollzog dann den Perspektivwechsel. Als einer der weltweit führenden IT-Sicherheitsexperten spielte für ihn die Frage der Sicherheit eine wichtige Rolle. In „Langfristige Cybersicherheit“ beschäftigte sich  der Darmstädter Professor für Informatik und Mathematik (Spezialgebiet Kryptographie und Computeralgebra) mit dem wissenschaftlichen Blick auf die Digitale Transformation. Im Fokus stand dabei die Kryptographie – wie lassen sich Daten sicher verschlüsseln? Wie können neue Verfahren entwickelt werden, die auch die Rechner der Zukunft nicht knacken können? Er blieb dabei nicht nur bei theoretischen Überlegungen, sondern ging auch auf eine mögliche Implementierung ein. Ebenfalls machte er sich Gedanken, wie digitale Signaturen sicherer gemacht werden können, um die Integrität wichtiger Dokumente wie z.B. aus ELSTER oder einer Genomdatenbank zu gewährleisten.

Das Thema der zweiten „Halbzeit“: Digitale Geschäftsmodelle

Nach einer kurzen Pause startete Dr. Holger Schmidt vom Focus Magazin in den zweiten Block. Der studierte Volkswirt und Chefkorrespondent des Focus Magazins befasst sich bereits seit geraumer Zeit mit digitalen Geschäftsmodellen und brachte somit erneut die Perspektive der Wirtschaft ein. Er zeigte in seinem Vortrag „Geschäftsmodelle der digitalen Ökonomie“ zunächst die bisherige Entwicklung von Web 1.0 über Social Media bis hin zum Internet der Dinge auf. Dies war, so Schmidt, nur für einen kleinen Teil der Unternehmen mit einem entsprechenden Geschäftsmodell relevant. Die in den nächsten Jahren folgende Digitalisierung von Produkten und Dienstleistungen wird jedoch alle Unternehmen betreffen.

Holger Schmidt zeigte anhand konkreter Beispiele, wie die neuen digitalen Technologien ebenso digitale Märkte schaffen. Das betrifft nicht nur die Produktion, wie zum Beispiel bei einem Sportschuhhersteller, der wieder in Deutschland produziert, da durch Roboter die Herstellung hier inzwischen günstiger ist als in Asien. Die Digitalisierung erstreckt sich ebenfalls in den Bereich der Logistik. So gibt es schon heute Züge, die dank Big Data und Sensoren nie ausfallen, da potentiell defekte Teile frühzeitig ausgetauscht werden. Der Dienstleister Uber, der online Fahrgäste an Mietwagenfahrer und Privatleute vermittelt, war ein weiteres Beispiel eines Unternehmens mit einem digitalen Geschäftsmodell. Den Abschluss des Vortrages von Holger Schmidt bildete eine Frage, die für alle Anwesenden von hoher Relevanz war: „Ist Deutschland auf die digitale Ökonomie vorbereitet?“. Einen ersten Hinweis konnten die Ergebnisse einiger entsprechender Befragungen geben, die Schmidt vorstellte.

Das wichtigste an der Digitalisierung: Den Menschen in den Mittelpunkt stellen

Lutz Mache (Google)

Lutz Mache (Google)

Bevor sich auch der zweite Vortragsblock dem Ende zuneigte, stand ein weiteres Mal ein digitales Geschäftsmodell im Mittelpunkt: Das von Google. Lutz Mache, als Public Policy and Government Relations Analyst bei Google tätigkonnte dabei aus erster Hand berichten. In seinem Vortrag  „Der Nutzer steht an erster Stelle – alles Weitere folgt von selbst“ zeigte er am konkreten Beispiel, wie Google den Nutzer in den Mittelpunkt stellt. Das Unternehmen folgt dabei dem Grundsatz, dass von einem Geschäftsmodell nicht primär das Unternehmen profitieren sollte, sondern in erster Linie der Nutzer. Ist das gegeben, erhält der Nutzer eine optimale und einzigartige Erfahrung und lässt sich auf das Geschäftsmodell ein.

Die IT-Business meets Science – eine rundum gelungener Tag

Den Abschluss des Tages bildete nach diesen vier spannenden Vorträgen ein Get-together in angenehmer Atmosphäre. Es wurden neue Kontakte geknüpft, Diskussionen geführt und immer wieder über das zentrale Thema der IT-Business meets Science gesprochen: Was bedeutet die digitale Transformation für uns, für die Wissenschaft und für die Praxis? Am Ende waren sich alle einig: Es war eine tolle Gelegenheit, die verschiedenen Perspektiven auf die Digitale Transformation zusammen zu bringen und zum Nachdenken anzuregen. Das fanden auch die Besucher:

Sehr interessante Veranstaltung und hilfreiche Vorträge. Komme im nächsten Jahr gerne wieder.

Die positiven Rückmeldungen beschränkten sich nicht nur auf persönliche Gespräche. Auch die ausgefüllten Feedback-Fragebögen sprechen eine deutliche Sprache: Für das Format, den Mehrwert, die Veranstaltung im allgemeinen und viele weitere Kategorien gab es Spitzennoten von ’sehr gut‘ bis ‚gut‘. Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmern für ihr Interesse und ihre Begeisterung – und freuen uns auf die IT-Business meets Science 2017.