IS Theory Development - mit Prof. Dr. Ali Sunyaev im Interview

Die Teilnehmer des Doktorandenseminars „IS Theory Development“ – Theorien nah an der Praxis

Wenn etwas praktisch funktionieren soll, muss zunächst die Theorie klar sein. Wir müssen wissen, was wir wann und wie zu tun haben, um ein Projekt erfolgreich zum Abschluss zu bringen. Mit diesen Theorien beschäftigten sich rund 30 Doktorandinnen und Doktoranden auf dem vom Anwenderverein Fujitsu NEXT e.V. gesponserten Doktorandenseminar „IS Theory Development“ – und dabei ging es keineswegs um „staubtrockene Gedankengerüste“. Nah an der Praxis, facettenreich und vielfältig stellten die Teilnehmer ihre Forschungsprojekte aus den verschiedensten Bereichen vor. Prof. Dr. Ali Sunyaev, Pate des Projekts, verrät uns in einem Interview, worum es in Kassel genau ging und warum Theorie und Praxis nur im Team funktionieren können.

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Fujitsu NEXT e.V. sponsert ein Doktorandenseminar mit dem Titel „IS Theory Development“. Sie sind im Wissenschaftlichen Beirat des Anwendervereins und Pate für dieses Projekt. Wann genau fand das Seminar wo statt und wer nahm daran teil?

Ali_Sunyaev_IS_Theory_Development_1024Unser Doktorandenseminar „IS Theory Development“ fand vom 26. Juli bis zum 28. Juli in den Räumlichkeiten des Wissenschaftlichen Zentrums für Informationstechnik-Gestaltung (ITeG) der Universität Kassel statt. Die Teilnehmer waren in erster Linie Doktorandinnen und Doktoranden auf dem Gebiet der Wirtschaftsinformatik. Insgesamt konnten wir ca. 30 Doktorandinnen und Doktoranden, Gastprofessoren und weitere Gäste von diversen Universitäten aus ganz Deutschland, darunter Hamburg, München und Köln bei uns begrüßen.

Ganz besonders haben wir uns darüber gefreut, dass wir mit Unterstützung des Fujitsu NEXT e.V. Prof. Dr. Suprateek Sarker von der University of Virginia für unser Seminar gewinnen konnten. Prof. Sarker gehört zu den führenden Experten auf dem Gebiet der qualitativen Theorieentwicklung und hat langjährige Erfahrung als Reviewer und Editor hochrangiger Zeitschriften in der Wirtschaftsinformatik. Derzeit ist er Editor-in-Chief des Journal of the Association for Information Systems.

Der Titel des Seminars klingt nach staubtrockenen Gedankengerüsten. Doch wenn so viele junge Menschen sich dafür begeistern, ist das vermutlich nicht der Fall. Welchen Bezug zur IT-Praxis haben die Theory-Development-Forschungen?

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Prof. Dr. Ali Sunyev (links) und Prof. Dr. Suprateek Sarker

Kurt Lewin sagte einst: „Es gibt nichts praktischeres als eine gute Theorie“. Dieses Motto hat uns durch das gesamte Seminar geleitet. Dabei hat sich gezeigt dass alle durch die teilnehmenden Doktorandinnen und Doktoranden vorgestellten Forschungsprojekte einen starken Bezug zur Praxis haben und meistens durch ein ganz praktisches und realweltiches Problem motiviert sind. Spannend dabei war für mich vor allem die Vielfältigkeit der vorgestellten Forschungsprojekte.

Eines der Forschungsprojekte beschäftigt sich beispielsweise mit der Verbesserung der Akzeptanz von Zertifikaten für Cloud-Dienste, ein anderes mit den Herausforderungen der digitalen Transformation und wieder ein anderes mit Informationssicherheit im Kontext von personalisierter Medizin. Ich denke, dass dies alles Projekte mit hoher praktischer Relevanz sind. 

Wie werden die IT-Praktiker, in diesem Fall die NEXT-Mitglieder, über die Ergebnisse des Seminars informiert?

Insgesamt steht die Entwicklung innovativer Lösungskonzepte in enger Kooperation mit der Praxis im Fokus aller vorgestellten Forschungsprojekte. So haben unsere Teilnehmer bspw. bereits während des Seminars Überlegung darüber angestellt und diskutiert, wie die von ihnen entwickelten Theorien zur ganzheitlichen Lösung der zugrundeliegenden Praxisprobleme beitragen können. Darüber hinaus werden einige unserer Teilnehmer die NEXT-Mitglieder über ausgewählte Forschungsprojekte in Form von Vorträgen informieren.

In der Vergangenheit konnten wir bereits den ein oder anderen Vortrag in diesem Rahmen bei den Fujitsu Arbeitskreisen organisieren. Der nächste Vortrag ist bereits geplant. Dort wird ein Teilnehmer des Seminars dem Arbeitskreis „Anwendungen-Lösungen-Services“ im September diesen Jahres sein aktuelles Forschungsprojekt zum Thema dynamische Zertifizierung von Cloud-Diensten vorstellen.

Herr Sunyaev, vielen Dank für dieses Interview!

Am 26. und 27. September auf der Arbeitskreistagung „Lösungen-Anwendungen-Services“ berichten die Teilnehmer mit Vorträgen über ihre Ergebnisse. Wie lässt sich zum Beispiel die Akzeptanz von Cloud-Zertifikaten erhöhen? Als Thema der Digitalisierung gewinnt die Cloud im Zuge von Hybrid IT immer mehr an Bedeutung, die Sicherheitsbedenken jedoch bleiben. Wo betreiben die Anbieter ihre Rechenzentren und arbeiten sie mit verschlüsselten Daten? Als eines der Top Themen steht Sicherheit ganz oben auf der Agenda der Arbeitskreistagung. Alle Termine des Anwendervereins Fujitsu NEXT e.V. erhalten Sie auf der Internetseite des Vereins ebenso wie in Fujitsu Aktuell regelmäßig als Zusammenfassung – und hier gehts es direkt zur Tagung am 26. und 27. September in Düsseldorf.