93% der 13-17-jährigen besitzen einen Facebook-Account. Für diese intensive Nutzergruppe hat man oft das Gefühl, dass gechattet und gepostet wird, was da Zeug hält. Die sogenannte iPhone-Generation wird oft auch als Trendsetter bezeichnet. Dies war Grund genug uns das Social Media-Verhalten der jungen Generation mal genauer anzusehen. In einem gemeinsamen Projekt mit hr-iNFO haben wir insgesamt 200 Jugendliche zu ihrem Facebook-Verhalten und ihrer online Privatsphäre-Einstellung gefragt. Einige Fragen haben wir auch mit den Antworten von Erwachsenen verglichen. Einen Teil der Ergebnisse möchten wir im Folgenden darstellen.

Obwohl Facebook bei den befragten Schülerinnen und Schülern nicht mehr den besten Ruf hat, ist es immer noch das meist-genutzte soziale Netzwerk – auch in diesem Altersbereich. Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich aber auch WhatsApp, Instagram, Youtube und Tumblr.

Die teilnehmenden Jugendlichen haben für sieben aufeinanderfolgende Tage ein Facebook-Tagebuch geführt. In diesem Online-Fragebogen haben die Teenager jeden Abend Angaben zu ihren Aktivitäten gemacht. An erster Stelle der Nennungen steht das Lesen der Neuigkeiten (Newsfeed), wofür mit täglich 34 Minuten auch am meisten Zeit verbracht wird. Gefolgt wird diese Rangliste vom Chatten mit Freunden und der Aktivität, die auch im Titel unseres Projekts zu finden ist, dem Drücken des „Gefällt mir“-Knopfes. Dabei liegt das „Liken“ von Fotos ganz weit oben auf der Liste.

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Wenn Facebook an einem Tag nicht genutzt wurde, war der am öftesten genannte Grund, dass die Jugendlichen keine Zeit dafür hatten. Auch „keine Lust“ gab verhältnismäßig oft den Ausschlag, nicht auf Facebook nachzusehen, was gerade so passiert oder selbst Inhalte zu teilen. Dass nichts Interessantes passiert, jemand keinen Internetzugang hatte, Verbote von den Eltern oder eine bewusste Nicht-Nutzung spielten so gut wie keine Rolle.

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Dass Eltern keinen Einfluss auf die Facebook-Nutzung ihrer Kinder nehmen, bestätigte sich auch im Antwortverhalten der Jugendlichen auf die Frage, inwiefern sie der Aussage zustimmen, ob die Eltern ihre Facebook-Nutzung kontrollieren. Über drei Viertel der Befragten gaben an, dieser Aussage überhaupt nicht bzw. nicht zuzustimmen. Ein sehr ähnliches Bild ergibt sich für die Frage, ob die Jugendlichen mit ihren Eltern darüber sprechen, welche Informationen sie auf Facebook stellen dürfen oder nicht. Nur etwas mehr als 10 % der Jugendlichen sprechen mit ihren Eltern über die Veröffentlichung von Inhalten auf Facebook. Hierbei gibt es keine Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen. Gut 10 % der Befragten wollten sich nicht festlegen und gaben keine Antwortrichtung an.

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Auf die Frage, ob sich die Jugendlichen beim Posten auf Facebook oder generell im Internet Gedanken darüber machen, dass viele Inhalte wahrscheinlich für immer dort verfügbar sein werden, gaben etwas über 13% an, dass ihnen das egal sei. Bei der Gruppe der Erwachsenen waren es nur 1,4%, die diese Antwortoption wählten. In beiden Gruppen zeigt sich, dass es für die meisten Befragten eine Rolle spielte, dass Inhalte für immer verfügbar sein könnten. Dementsprechend gaben diese Befragten an, dies bei ihren Posts zu berücksichtigen und bestimmte Inhalte u.U. nicht zu posten. Interessant ist, dass es für die befragten Erwachsenen wichtiger zu sein scheint, bestimmte Inhalte nicht zu posten.

In weiteren Auswertungen wollen wir genauer nach den Konsequenzen der Nutzung von Facebook und Co. für die Jugendlichen schauen. Zum Beispiel, ob soziale Netzwerke als zusätzlicher Kommunikationskanal dienen, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben, oder ob sie persönliche Treffen eher ersetzen.