20160510-FujitsuWT-Impressionen-001_1024Im wahrsten Sinne des Wortes mit Vollgas eröffnete Dr. Rolf Werner, Head of Central Europe, Geschäftsführer Deutschland, Fujitsu, heute die Fujitsu World Tour in Düsseldorf. Nicht umsonst wählte er in seiner gemeinsamen Keynote mit Dr. Joseph Reger, Chief Technology Officer, Fujitsu, den Rennsport als Leitmotiv. Mehrere hundert Sensoren stecken heutzutage in einem Formel-1-Boliden und generieren Daten im Sekundentakt. Bis zu 300 Terabytes an Daten gehen allein auf das Konto eines Rennstalls während eines Grand Prix. Formel-1-Teams beschäftigen mittlerweile mehr IT-Experten als Mechaniker und die Digitale Transformation gibt gerade im Rennsport Gas. Dabei spiegelt die Formel 1 die tiefgreifenden Veränderungen der Digitalisierung perfekt wieder: Neue Rennstrecken, veränderte Umgebungen und andere Regeln schaffen immer wieder neue Bedingungen. Der Wettbewerb gleicht mittlerweile einer „Formel IT“ – aber warum?

Auf den ersten Blick geht es bei der Formel 1 darum, dutzende Male im Kreis zu fahren und letztendlich möglichst schnell dort anzukommen, wo man losgefahren ist. Auf den zweiten Blick geht es darum, an die Spitze zu kommen und dort zu bleiben. Um nichts anderes dreht sich der Wettbewerb der IT-Industrie und auch die Herausforderungen lassen sich durchaus miteinander vergleichen. Wie gelingt es uns, Prozesse beziehungsweise ganze Bereiche oder Unternehmen digital zu transformieren? Mit anderen Worten, wie bleiben wir an der Spitze, wenn sich die Bedingungen jeden Tag drastisch verändern? Auf diese elementaren Fragen antwortete Dr. Rolf Werner in seiner Keynote mit einer neuen, europaweit einheitlichen Struktur, die es Fujitsu ermöglicht, insbesondere Services international einheitlich anzubieten. Ebenfalls eine Rolle spielen Cloud Services und ein innovatives Team aus schneller „fast IT“ und widerstandsfähiger „robust IT“. Nur der CIO, der es schafft, diese verschiedenen Ansätze einheitlich, effizient und weitgehend automatisiert zu steuern und zu verwalten, profitiert am Ende von den Vorteilen einer solchen „Hybrid IT“.

Sowohl in der IT-Branche als auch in der Formel 1 bleibt nur eine Option: Gas geben

Betrachten wir den Begriff „Hybrid IT“ und seinen Stellenwert in der Digitalisierung genauer, müssen wir uns zwangsläufig die Frage nach der Sicherheit stellen. IT-Verantwortliche stehen zunehmend vor dem Spagat, digitale Geschäftsprozesse zu unterstützen und zeitgleich einen hohen Sicherheitsstandard zu garantieren. Dr. Rolf Werner:

Wer seine Systeme zu weit öffnet, kann nicht ganz dicht sein. Wer aber alles dicht macht, kann bald ganz zusperren.

Als Antwort auf die dringende Sicherheitsfrage stellte Dr. Rolf Werner das Sicherheitskonzept Fujitsu SURIENT vor, welches sich sowohl auf den Schutz von klassischen IT-Umgebungen spezialisiert, als auch auf komplexe IoT-Umgebungen mit zahlreichen Sensoren, die Massen an Daten produzieren. Das geschieht jeden Tag und das nicht nur im Rennsport. Allein die Bundesagentur für Arbeit digitalisiert jeden Tag 600.000 Dokumente. Der Weltmotorsportverband (FIA) schreibt angesichts der wachsenden Bedeutung der IT in der Formel 1 mittlerweile eine Begrenzung der IT-Ressourcen vor und verhindert so ein gegenseitiges „überrunden“ der Rennställe. Genau hier liegt laut Dr. Rolf Werner der markanteste Unterschied zwischen dem Rennsport und der IT: jeder IT-Anbieter kann seinen Konkurrenten durch eine schlagkräftigere IT und Prozessoptimierung überholen und es bleibt nur eine Option: Gas geben. Abwarten könnte bedeuten, den Anschluss zu verlieren.

„Digitalisierung“ und „digital“ bedeuten nicht dasselbe

Die Digitalisierung aussitzen kommt auch für Dr. Joseph Reger nicht infrage. In seiner anschließenden Keynote fand er auf die grundlegende Frage, warum sie uns interessieren sollte, eine einfache Antwort: sie ist unvermeidbar und wir müssen uns mit ihr beschäftigen. Wie wir im Datenmeer den richtigen Kurs finden, bleibt laut der Fujitsu Studie „Der digitale Drahtseilakt“ jedoch unklar. Das Vertrauen in den Prozess der Digitalisierung bezeichnete Reger als „sehr mager“. Auf der Suche nach einem geeigneten Technologiepartner erwarten Unternehmen „echte Hilfe“ – aber wie kann diese aussehen? Ein Patentrezept dafür gibt es nicht. Im Zuge der „Human Centric Innovation“ strebt Fujitsu eine Welt an, in der jeder von digitaler Technologie profitiert.

Für die Eltern eines zu früh geborenen Babys in Australien bleibt zum Beispiel aufgrund der großen Entfernungen oft nur der digitale Weg, um dem Nachwuchs ständig nah sein zu können. Einfach eine günstige Webcam zu installieren, ebnet jedoch den Weg für digitale Angreifer. In diesem speziellen Fall lag der Fokus auf einer Videoübertragung in einer sicheren Umgebung. Wie wir auf die jeweiligen Anforderungen reagieren, gestaltet sich genauso individuell wie die Digitalisierung selbst. Die Grenzen zwischen der physischen und der digitalen Welt verblassen und dennoch bedeuten die Begriffe „Digitalisierung“ und „digital“ nicht dasselbe. Reger verdeutlichte diesen Aspekt anhand seiner Reise nach Düsseldorf.

Digitalisierung als Weiterentwicklung der zunehmenden Vernetzung 

Obwohl das Flugzeug über unzählige Sensoren verfügt, bleibt es analog. In einem digitalen Flieger könne man schließlich nicht sitzen. Dr. Jospeh Reger reiste in einem „digitalisierten“ Flieger zur Fujitsu World Tour nach Deutschland. Die Digitalisierung selbst bezeichnete er als „Weiterentwicklung der zunehmenden Vernetzung“, denn dank seiner Sensoren agieren seine Bestandteile im Internet und tauschen Informationen untereinander und mit Menschen aus. Diese „3. Welle“ der allgemeinen IT-Entwicklung markiert unseren jetzigen Standort auf dem Weg in eine digitalisierte Welt. Nicht nur IT-typische Geräte, sondern auch andere „Dinge“, agieren im Netz und werden so zum Bestandteil der Hypervernetzung.

Unter anderem um die Hypervernetzung mit ihren Chancen und Risiken ging es auch in der anschließenden Podiumsdiskussion „Digitale Transformation – Perspektiven“. Dr. Rolf Werner (Fujitsu), Stephan Kaiser (PAC), Astrid Steingrüber (Intel), Jörg Heßke (NetApp) und Kunde Andreas Lezgus beleuchteten die Möglichkeiten einer veränderten, digitalisierten Welt unter der Moderation von IT-Fachautor Sven Hansel. Der ganzen Technologie zum Trotz sollte immer der Mensch im Mittelpunkt der Digitalisierung stehen. Um ein Unternehmen zu verändern, braucht es gute Mitarbeiter, betonte Dr. Rolf Werner. Ohne den Menschen steht auch eine digitale Welt – still.

Sie möchten die Podiumsdiskussion und die Keynotes in voller Länge mitverfolgen? Begleiten Sie uns jetzt auf Periscope! Noch bis morgen früh können Sie sich alle drei Vorträge aus Düsseldorf anschauen. Hier kommen unsere Impressionen des Vormittags in Düsseldorf: